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Antrag an die Stadtverordnetenversammlung zu einem Konzept für Waschbären

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Stadtverwaltung Werder (Havel) wird beauftragt, bis zum 31.05.2008 ein Konzept zur Regulierung der Waschbärenpopulation in Werder auszuarbeiten und schnellstmöglich umzusetzen.

Begründung

Die Waschbären haben sich in Deutschland und auch in Brandenburg explosionsartig vermehrt. In Kassel wird bereits von einer Waschbärenplage gesprochen und die Menschen müssen ihre Häuser dort zu kleinen Festungen ausbauen, um die zwar putzigen aber auch sehr schlauen und dreisten Eindringlinge fernzuhalten. Das Landwirtschaftsministerium Brandenburg geht davon aus, dass auch hier mittlerweile etwa 25.000 Tiere leben und sich ihre Zahl seit 1994 mehr als verfünffacht hat.

Die Tiere stammen ursprünglich aus Nordamerika und haben in Deutschland keine natürlichen Feinde, so dass sie sich ungehindert ausbreiten können. Sie sind Allesfresser, die Vogeleier von Bodenbrütern und Insekten ebenso gerne verzehren wie Weintrauben und anderes Obst. Sie durchwühlen Müll (auch Mülltonnen) und siedeln sich in Kleingartenanlagen, auf Dachböden und in Kellern an. Waschbären haben keine Scheu vor Menschen, so dass sie auch vor städtischen Gebieten nicht Halt machen und in Häusern sogar in Kühlschränken auf Nahrungssuche gehen. Zwar greifen Waschbären keine Menschen an, aber sie können auch Krankheiten übertragen und hinterlassen stinkende Exkremente. Hinzukommt, dass der Waschbär als Nahrungskonkurrent den einheimischen Fuchs verdrängt, der bisher die Wühlmauspopulation regulierte. Durch die Verdrängung ist ein deutlicher Anstieg der Wühlmäuse festzustellen, was zu weiteren Problemen in unserer heimischen Landwirtschaft und beim Obstanbau führen könnte.

Es ist daher dringend erforderlich, eine Lösungskonzept des Waschbärenproblems für unsere Stadt auszuarbeiten, denn wie die abschreckenden Beispiele aus dem uckermärkischen Annaberg zeigen, sind die Waschbären auch in der Lage, ganze Weinberge kahlzufressen.

Zum Schutz unserer Bürger, unseres Weinbergs Am Wachtelberg und unserer Obstplantagen besteht dringender Handlungsbedarf, da die Zeit drängt und wir in Werder nicht "Kasseler Verhältnisse" einziehen lassen wollen. Dort wird man der kleinen Waschbären kaum noch Herr und Kassel erhielt schon den schönen Beinamen "Europäische Waschbären-Hauptstadt". Auf diesen Titel können wir getrost verzichten.