Vorschläge zum Antrag der CDU Fraktion zum Konzept für eine familienfreundliche Stadt Werder
Werder familienfreundlicher zu gestalten ist prinzipiell eine sehr gute Idee, die nur unsere vollste Unterstützung finden kann. Wir sind aber der Meinung, dass wir dafür nicht gleich ein Konzept in Auftrag geben sollten. Wir sind der Ansicht, dass wir uns erst zunächst einmal selbst Gedanken machen müssen, wie wir unsere Stadt familienfreundlicher gestalten können, was wir hier von Ort tun können und wollen. Wir möchten kein einmaliges Konzept sondern einen ständig wiederkehrenden Gedankenaustausch. Konzepte in Auftrag zu gegeben, ist immer einfach und gibt einem das trügerische Gefühl: Ja, wir tun was. Schließlich haben wir gerade erst ein Konzept in Auftrag gegeben.
Daher schlagen wir vor, dass
- Zunächst sollte sich der Sozial- und Bildungsausschuss mit dem Thema befassen
- Runder Tisch in bestimmten Abständen einrichten mit Vertretern der Stadt, Vereinen, Kirche, Kindergärten, Schule und sonstigen Betroffenen statt Wirtschaftstag auch mal ein Werderaner Familien- und Kindertag.
Um mit positivem Beispiel voranzugehen, hat die SPD Fraktion spontan einige Punkte aufgelistet, die sofort umgesetzt werden könnten, ohne erst ein Konzept in Auftrag zu geben. Keine abschließende Auflistung, sondern nur eine erste Ideensammlung.
- Barrierefreie und familienfreundliche Verwaltung: den Zugang zu allen öffentlichen Gebäuden gewährleisten, so hat z.B. das neue Rathaus keinen Fahrstuhl. Problematisch für Senioren, aber auch für Kinderwagen und Kleinkinder;
- Vorrangige Berücksichtigung von Familien beim Verkauf städtischer Grundstücke: Die Stadt sollte beim Verkauf von eigenen Grundstücken verstärkt Familien berücksichtigen, dies in einem eindeutigen Punktekatalog festschreiben und einen Kinder- /Familienbonus beim Kaufpreis einführen;
- Stärkere Beteiligung und Mitsprache von Kindern und Jugendlichen an demokratischen Prozessen: z.B. durch gezielte Kooperation der SVV oder der Ausschüsse mit den Politikkursen an den Schulen Einladung zu Sitzungen der SVV oder der Ausschüsse, Diskussionsrunden mit den Stadtverordneten oder Fragestunden;
- Mehr Geld in die Schulen investieren: z.B. für die Umstellung der Ernährung auf eine gesunde Küche oder für die attraktivere Ausgestaltung der Klassenräume;
- Mehr Ferienprogramme für Kinder anbieten
- Projekte, die die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr betreffen wie Fuß- und Radwege vorrangig umsetzen;
- Spielplätze kreativ und zentral anlegen: Auch in Werder befinden sich die meisten Spielplätze in den reinen Wohngebieten, während sie in unseren europäischen Nachbarländern mitten im Herzen der Stadt liegen und ein Treffpunkt für jung und alt sind. Zudem sind sie vielfach phantasielos ausgestaltet und nur mit dem Nötigsten versehen;
- Familienfreundliche Unternehmen/Arbeitgeber auszeichnen: Vergabe eines "Prädikats familienfreundlich" an Unternehmen, die besonders familienfreundliche Maßnahmen anbieten (Arbeitszeiten, Betreuung der Kinder, Heimarbeitsplätze, ...)
- Infomaterial für Familien: Anlegung eines Familienführers durch die Stadt mit Adressen (Betreuung, Hilfe, Ärzte, Bildung, Angebote) und Ansprechpartnern
Fazit
Wir sind der Meinung, dass wir zunächst alle Ideen und Vorstellungen vor Ort bündeln und umsetzen, Eigeninitiative entwickeln und unterstützen sollten. Dann brauchen wir zumindest zum jetzigen Zeitpunkt kein Konzept in Auftrag zu geben.

