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Rede zur SVV am 10.07.2008

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrter Herr Bürgermeister, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die SPD-Fraktion steht dem Neubau eines Hallenbades in Werder sehr positiv gegenüber. Schließlich haben wir uns schon für ein Bad dieses Typs eingesetzt, als die CDU Fraktion noch Luftschlösser in Form von überdimensionierten Spaßbädern bauen wollte. Dieser Neubau wird weitere Akzente im Tourismus setzen und auch dem Schul- und Breitensport unserer Stadt zugute kommen. Er findet daher unsere vollste Zustimmung.

Trotzdem darf man sich jetzt nicht von der Begeisterung davontragen lassen, sondern muss sich der Tragweite dieser Entscheidung bewusst sein. Denn hier wird eine Entscheidung pro oder contra Bad von uns gefordert, die für die nächsten 40 Jahre Bestand haben wird. Es ist daher gut und richtig, wenn vor der endgültigen Beschlussfassung aus der Machbarkeitsstudie eine Umsetzbarkeitsstudie formuliert wird, die den Stadtverordneten verlässliche Zahlen und Fakten an die Hand gibt. Das hätten wir uns bei vielen anderen Großprojekten ebenfalls gewünscht.

Die SPD-Fraktion hat sich in den letzten Tagen sehr intensiv mit der Machbarkeitsstudie auseinandergesetzt und dabei sind einige Fragen aufgetreten, die wir im Rahmen der Umsetzbarkeitsstudie unbedingt beantwortet haben möchten.

Auslastung

Im Rahmen unserer inhaltlichen Diskussion hat sich für uns die Frage gestellt, ob die kalkulierten 300 Besucher pro Tag eine realistische Größe sind oder nicht. In der Presse kann man derzeit häufiger über Badschließungen und Rückgänge der Besucherzahlen lesen als über Neubauten. Es wäre daher wünschenswert, wenn im Rahmen der Umsetzbarkeitsstudie auch verlässliche statistische Zahlen von anderen Bädern im Wege eines Quervergleichs eingeholt werden könnten, damit sich der kalkulierte Bedarf und die Auslastung besser einordnen lassen.

Folgekosten

In der Machbarkeitsstudie wurde dargelegt, dass Werder gute Voraussetzung für den erfolgreichen Betrieb eines Bades hat. Zugleich wurde aber auch deutlich darauf hingewiesen, dass man sich keinesfalls der Illusion hingeben darf, ein Schwimmbad würde sich selbst tragen. Es sind auf jeden Fall erhebliche Eigenmittel der Stadt erforderlich, um das Bad zu unterhalten und zu betreiben. Nicht die Kosten des Baus in Höhe von ca. 11 Mio. Euro fallen dabei in erster Linie ins Gewicht, der wichtigere Faktor sind die anschließend anfallenden laufenden Kosten, die jährlich Mittel in der Größenordnung von ca. 0,5 Mio. Euro im städtischen Haushalt binden werden.

Sicherlich kann ein Teil dieser Kosten durch die Gelder gedeckt werden, die die Stadt Werder als Mittelzentrum erhält. Trotzdem stellt sich einmal mehr die Frage, welche sonstigen laufenden Kosten die Stadt Werder für andere Großprojekte wie die Bismarckhöhe und Schützenhaus zusätzlich jährlich zu tragen haben wird. Schließlich hat der Bürgermeister erst in der letzten SVV einräumen müssen, dass auch das Schützenhaus sich nicht alleine tragen kann und für die Bismarckhöhe bisher kein Betreibervertrag zustande gekommen ist. Nur wenn auch diese Zahlen endlich auf dem Tisch liegen, können wir abschätzen, ob die Stadt Werder den zusätzlichen finanziellen Kraftakt eines Bades schultern kann.

Nutzung erneuerbarer Energien

Zum Schluss möchte ich im Namen der SPD-Fraktion noch auf einen letzten Punkt eingehen, der uns besonders wichtig erscheint, der in der Machbarkeitsstudie bisher aber keine Berücksichtigung gefunden hat. Wie sieht es aus mit der Nutzung von erneuerbaren Energie z.B. durch den Einbau einer Solaranlage? Wir alle wissen, dass die Rohstoffe immer knapper und die Energiepreise immer weiter steigen. Der Energiepreis ist aber ein sehr hoher Kostenfaktor beim Betrieb eines Bades. Es muss daher perspektivisch und zukunftsorientiert gedacht und geplant werden. Wir, als SPD-Fraktion, erwarten daher, dass im Rahmen der Umsetzbarkeitsstudie geprüft wird, ob ein Teil der benötigten Energie durch alternative Energiequellen gedeckt werden kann. Damit könnte man sich von der Preisentwicklung auf dem Energiemarkt wenigstens teilweise unabhängig machen. Das Klimagutachten weist Werder als eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands aus. Da drängt sich der Gedanke an die Nutzung der Sonnenenergie geradezu auf.

Im Ergebnis stimmt die SPD-Fraktion dem Antrag zur Erstellung einer Umsetzbarkeitsstudie zu, in der Erwartung, darin die noch verbliebenen Fragen beantwortet zu bekommen. Wir sind grundsätzlich für ein Hallenbad in Werder, aber die Entscheidung muss gründlich durchdacht sein, damit nicht unsere Kinder und Enkelkinder diese dann im wahrsten Sinne des Wortes ausbaden müssen.