Kein billiger politischer Punktsieg
Ein gemeinsamer Vorstoß von SPD, Grünen und den Linken soll auch wieder Bewegung in die Diskussion um die Verlegung von Stolpersteinen in Werder bringen. Seit über einem Jahr bemüht sich das Bündnis Kurage, das deutschlandweite Stolpersteine-Projekt in Werder zu realisieren. Laut Vertretern von Kurage sei eine vom Werderaner Bürgermeister zugesagte inhaltliche Befassung der Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema bisher ausgeblieben.
In einem zusammen eingebrachten Antrag, der am Donnerstag in der Werderaner Stadtverordnetenversammlung beraten werden soll, fordern die Fraktionen SPD/Grüne und Die Linke nun, dass in allen öffentlichen Gremien Diskussionen geführt werden, um antisemitischen Tendenzen in Werder zu begegnen und um mögliche Handlungsoptionen aufzuzeigen. Darauf hatten sich Vertreter beider Fraktionen vergangene Woche geeinigt. Am Ende des Diskussionsprozesses könnte beispielsweise die Empfehlung stehen, das Stolpersteine-Projekt in Werder umzusetzen. Damit reagiere man auch auf die Kritik des Bündnis Kurage, die etablierten Parteien hätten das Thema bisher nicht aufgegriffen, hieß es aus der SPD/Grünen-Fraktion dazu. „Vielleicht hätten wir wirklich früher aktiv werden müssen“, mahnte der SPD-Stadtverordnete Wolfgang Lambrecht an.
Robert Dambon, der Vorsitzende der Werderaner SPD und sachkundige Einwohner im Finanzausschuss, erklärte: „Es geht uns dabei nicht um einen billigen politischen Punktsieg, sonst hätten wir einfach, den Antrag auf Verlegung der Stolpersteine gestellt.“ Wichtig sei für ihn der Beginn einer Meinungsbildung in der Stadtverordnetenversammlung um die Frage, ob in Werder Stolpersteine verlegt werden sollen, so Dambon weiter. „Das eigentlich Bedenkliche am ganzen Vorgang ist ja nur, dass es in Werder scheinbar eines politischen Antrages bedarf, um überhaupt die Debatte aufzunehmen.